one-stop-shop

Prototypbau von nachweisbasierten tools für One-Stop-Shops
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One-Stop-Shops oder kommunale Klimazentren sind ein entscheidender Ort, an dem digitale Werkzeuge Klimaschutz von Bürger*innen unterstützen und die Sanierungsrate und -tiefe signifikant steigern können. Das Modul ist aktuell mit CO2COMPASS und der VIADUKT GmbH in Vorbereitung (Prototypbau ab 2022).


CO2COMPASS: Kommunale, durch lokale Bürgerschaft und Wirtschaft unterstützte Klimazentren für Gebäudeklimaneutralität

Im CO2COMPASS-Programm werden aktuell Ansätze entwickelt, in denen digitale Werkzeuge für nachweisorientierten Klimaschutz one-stop-shops als kommunale Klimazentren unterstützen.

Klimazentren und One-Stop-Shops (OSS) können auf dem Weg zum klimaneutralen Gebäudebestand als zentrale Ansprechpartner und Begleiter zur Steigerung der Sanierungsrate und -tiefe beitragen.

Wichtig ist eine unabhängige und technologieoffene Beratung mit zuverlässigen Informationen zu Kosten und Emissionen.

Aufgabe der OSS ist es, die Bürger*innen sowie die Gemeindeangestellten zu befähigen, den Umbau aller Gebäude innerhalb der Kommune entsprechend den gemeinschaftlich gesetzten Zielvorgaben zu realisieren.

Dafür stehen sie mit Know-how zur Verfügung und koordinieren das zivilgesellschaftliche Engagement.

In Europa liegen zahlreiche Erfahrungen mit OSS-Angeboten vor. Betreiber von OSS sind oft öffentliche Stellen, die Industrie, Energiedienstleister, Vermittler, Genossenschaften oder Geschäfte mit einer OSS-Abteilung.

Die Idee des kommunalen Klimazentrums als OSS wird im CO2COMPASS-Programm entwickelt (Grafik).


Hintergrund ist die Umsetzung von europäischen und nationalen Strategien

Die Richtlinie (EU) 2018/844 zur Änderung der Richtlinie 2010/31/EU über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden führt das Konzept des One-Stop-Shops (OSS) in Bezug auf die Festlegung einer langfristigen Renovierungsstrategie ein. Die Richtline enthält die Verpflichtung für die Mitgliedsstaaten den Zugang zu geeigneten Mechanismen zur Projektbündelung zu erleichtern, zur Minderung des wahrgenommenen Risikos von Energieeffizienzmaßnahmen, zur Nutzung von öffentlichen Mitteln zur Steigerung der Investitionen des privaten Sektors, zur Vorgabe von Leitlinien für Investitionen, zur Einrichtung von zugänglichen und transparenten Beratungsinstrumenten.

„Zu kompliziert – keine Handwerker – wem soll man glauben?“ Energetische Sanierung ist für private Investoren in Klimaschutz oft ein Hindernislauf. Veranschaulichung der Hindernisse nach Boza-Kiss [1]

In den EU-Mitgliedsstaaten werden OSS z.B. in nationale Strategien aufgenommen. In Deutschland erfolgt dies z.B.. unter Punkt 4.9 der langfristigen Renovierungsstrategie mit folgender Erläuterung: „Potenzielle Fördernehmer sind häufig nicht ausreichend über bestehende Förderangebote zur Steigerung der Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien für Wärme in Gebäuden, industriellen Prozessen und Anlagen informiert, und bestehende Informationen sowie die Antragsstellung werden aus Kundensicht als zu komplex wahrgenommen.“

Die Methoden und Werkzeuge der sdp können zu einer Beschleunigung der Einführung von OSS beitragen.


One-Stop-Shops: Europäische Erfahrungen ausbauen

One-Stop-Shops sind aus Sicht der Kunden transparente und leicht zugängliche Vermittlungsinstrumente und aus Sicht der Anbieter innovative Geschäftsmodelle. Ein OSS überwindet die Marktfragmentierung sowohl auf der Nachfrageseite als auch auf der Angebotsseite, indem er ganzheitliche Renovierungslösungen für die gesamte Wertschöpfungskette anbietet. Der OSS steht in der Mitte der Akteure der energetischen Sanierung und beauftragt alle anderen Auftragnehmer, gelegentlich sogar den Finanzakteur. Er repräsentiert und verwaltet praktisch die gesamte Kundenkette. Der Kunde erhält alle Informationen, alle Verträge und das gesamte Management vom OSS (Quelle Boza-Kiss [1].

Quelle: OSS für die Sanierung des priaten Gebäudebestandes, Analyse und Politik-Empfehlung Boza-Kiss [1]

Gem. Boza-Kiss führen „One-Stop-Shops energetische Gebäudesanierungen durch und helfen Gebäudeeigentümern, -verwaltern und -mietern dabei, organisatorische Hürden, Management-schwierigkeiten und finanzielle Herausforderungen zu überwinden.

Sie unterstützen jene Gebäudeeigentümer und Mieter, die bereits eine Sanierung in Erwägung ziehen. Sie helfen motivierten Eigentümern und Mietern bei der Überwindung von Schwierigkeiten, die sie andernfalls von Maßnahmen abhalten würden oder die die Durchführung der Sanierung langsam oder kostspielig machen.

One-Stop-Shops (OSS) bieten ganzheitliche, integrale Lösungen für die Renovierung (typischerweise) von Wohngebäuden, auch in Richtung nZEB, zu angemessenen Kosten und in guter Qualität„.

Beispiele für OSS sind Reno Booster (A), Reimarkt (NL), HomeGrade (BE) oder Bordeaux Métropole Energies (F). Z.B. im Projekt ProRetro werden Strukturen in Deutschland aufgebaut.


[1] Boza-Kiss, B., Bertoldi, P., Della Valle, N. and Economidou, M., One-stop shops for residential building energy renovation in the EU, EUR 30762 EN, Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2021, ISBN 978-92-76-40100-1, doi:10.2760/245015, JRC125380.