Nachweisbasierte Baumethodik: Qualitätspaket für Bestandssanierungen mit Wärmepumpen und PV
Wohnungsunternehmen streben in den kommenden 20 Jahren einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand an. Ihnen fehlen oft klare und verständlich Grundlagen für wirksame Investitionen in tatsächlich emissionsarme und mit bezahlbarer Wärme versorgte Gebäude und Siedlungen. Es wird deshalb in Summe nicht nur zu wenig saniert, sondern durchgeführte Maßnahmen sind auch trotz hoher Investitionen aufgrund von Qualitätsmängeln zu oft wirkungslos und zu teuer.

In diese Lücke stößt die Initiative „Nachweisbasierte Baumethodik“. Sie will durch klare Zielvorgaben, vereinfachte Modellierung, Erfolgskontrollen und die Unterstützung von Optimierungen Bauprozesse verbessern, ein offenes digitales Verfahren entwickeln und einem vereinfachten „GEG“ zuarbeiten.
Die Initiative fordert ein Gebäudemodernisierungsgesetz als digitalen Booster für saubere und bezahlbare Wärme. Performance und Systemfreundlichkeit gerade hocheffizienter Gebäude dürfen sich in der Realität nicht weiter von politischen Zielen und theoretischen Berechnungen entfernen.
» Link zu den Forderungen zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG)
Die im Projekt gewonnenen validen Daten sollen nutzbar gemacht werden, um Wohnkosten zu begrenzen, Effizienzpotentiale umzusetzen und THG-Reduktionspfade nachweisbasiert einzuhalten. Der Vorschlag will Chancen nutzen um EPBD, GEG und WPG zusammenzubringen und Vorschläge zur sinnvollen Entbürokratisierung zu erarbeiten.
Nach ersten positiven Erfahrungen in Sanierungsgebieten in Bochum und Berlin soll das Qualitätsangebot mit einer wissenschaftlichen Begleitung in einem europäischen Forschungsvorhaben ausgeweitet werden.
Kosten-, Effizienz und Klimaschutz: Zielwerte einhalten
Im Projekt sollen insb. Wohnungsunternehmen mit ihren Teams aus Planern, Handwerkern und Herstellern bei Sanierungsvorhaben von der Planungs- und Bauphase bis zum Betrieb mit Optimierungen unterstützt werden. Ziel ist die Erhöhung von Effizienz und Erträgen z.B. durch die Sicherstellung des bestimmungsgemäßen Betriebs von z.B. Wärmepumpen mit Arbeitszahlen zwischen 3 und 4. Zu häufigen Fehler sollen Maßnahmen zu deren Verhinderung von vornherein eingeplant werden. Übergeordneter Nutzen ist die Absicherung gegen Fehlinvestition und überhöhte Heizkosten und CO2-Steuern sowie die Wertsteigerung des Bestands.
NB25-Unterstützung von Sanierungsvorhaben
- Modellierung von Endenergie, Effizienz, CO2: Belastbare Sollwerte (KPIs) für messbare Ziele und z.B. Unterstützung bei Garantieverträgen, Auswahl von Systemen.
- Planung und Bauausführung: Unterstützung und Qualitätssicherung z.B. durch Messstellenplanung, Prüfung von Schemata und Unterstützung der Inbetriebnahme und Abnahme.
- Inbetriebnahme und Monitoring: Auswahl von Mess- und Monitoringsystemen, Support der Datenanalyse und Optimierung von Einstellungen, Energieanalyse aus dem Verbrauch (EAV).
- Optimierung und Nachbesserung im Betrieb: Begleitung der Optimierung, Nachbesserung und Betriebsprüfung, bei gravierenden Abweichungen Maßnahmen zur Zielerreichung.
Die Qualitätssicherung unterstützt Sanierungsteams aus technischen Mitarbeitenden, Planern, Handwerkern und Herstellern mit einem Review-Team und wissenschaftlicher Begleitung. Ziel ist Teamwork für einen gemeinsamen nachweislichen Sanierungserfolg. Für typische MFH-Wohngebäude wird mit dem nachweisbasierten Vorgehen eine Prognosegenauigkeit von 80-90% angestrebt. Das Angebot soll sich neben Forschungsmitteln anteilig aus Eigenbeiträgen der Wohnungsunternehmen finanzieren.
Unterstützung bei der Bestands-Digitalisierung

Die Initiative setzt auf messwertbasierte Kontrollen weniger wesentlicher Erfolgsparameter, projektinterne Benchmarks und Vergleiche anhand einheitliche KPIs sowie transparente Kartierung der CO2-Emissionen. Teilnehmer erhalten Zugang zur Expertise in Zählerausrüstung, Monitoring und dem Austausch von Informationen (API).
Weitere Informationen zur Initiative




Über die Initiative Nachweisbasierte Baumethodik
Die Initiative Nachweisbasierte Baumethodik will Bauprozesse durch klare Zielvorgaben, vereinfachte Modellierung, Erfolgskontrollen und die Unterstützung von Optimierungen verbessern, ein offenes digitales Verfahren entwickeln und einer vereinfachten Regulierung und Förderung zuarbeiten. Nach ersten positiven Erfahrungen in Sanierungsgebieten in Bochum und Berlin soll das Qualitätsan-gebot mit einer wissenschaftlichen Begleitung ausgeweitet werden. Die Initiative will eine leistungs-fähige digitale Infrastruktur für sparsame und klimafreundliche Gebäude durch den zertifizierten und offenen Austausch zwischen Plattformen fördern.
Teilnehmende der Initiative (Januar 2026):
Prof. Dr. Katharina Gapp-Schmeling (Deutsche Hochschule, IZES gGmbH)
Immanuel Hengstenberg (SenerCon GmbH)
Stefanie Koepsell (Deutsches Energieberater-Netzwerk e.V., DEN)
Jörg Lorenz (CO2zero Berlin-Brandenburg)
Jörg Ortjohann (Stiftung Energieeffizienz)
Matthias Schmitz-Peiffer (HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH)
Dr. Burkhard Schulze Darup (Architekturbüro Schulze Darup)
Wir freuen uns über Ihr Interesse und informieren Sie gerne: